Château d'Yquem

Château d'Yquem®
F-33210 Sauternes

Tel. +33 (0)557 980707
Fax +33 (0)557 980708

www.yquem.fr


Kaum ein anderes Château überragt d'Yquem in Bezug auf Ruhm, Tradition, Qualität und Luxus. Die Krone im Logo, der goldgelbe, süße Nektar der durch die Flasche schimmert, alles verströmt die Einzigartigkeit dieses raren und teuren Elexiers. Seine Alleinstellung dokumentiert sich schon dadurch, dass das Château bereits 1855 bei der Klassifikation als einziges das Prädikat ”Premier Cru Supérier” erhielt und damit das höchstklassifizierte Weingut im Bordelais war. Château d'Yquem war damals außer Konkurrenz und ist es heute auch noch!

Obwohl das vielfotografierte Schloss auf der höchsten Erhebung im Herzen des Bereichs Sauternes liegt, ist es nicht einfach zu finden. Es sind zwar alle Châteaus vielfach ausgeschildert, Yquem jedoch als Premier nicht! Die parkähnliche Anlage und die Ausmaße dieses Schlosses, hier ist der Begriff wirklich gerechtfertigt, sind beeindruckend. Alles ist gepflegt wie auf einem Golfplatz, man spürt förmlich die über 400 jährige Geschichte dieses Anwesens. Im Mittelalter war der Besitz sogar in der Hand der englischen Krone, später gehörte er dem französischen König Karl VII. Die Tradition als Weingut begann im Jahre 1593 mit dem Pächter Jacques de Sauvage. Seine Familie baute auch das Schloss und erweiterte die Rebflächen. Über die Heirat von Comte Louis-Amédée de Lur-Saluces mit Francois-Josephine de Sauvage im Jahr 1785 gelangte das Gut als Mitgift in die Familie Lur-Saluces, in der es durch alle Wirren der Geshichte bis 1999 verblieb. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Familienname auf allen Etiketten prominent vertreten.

Das Terroir von Château d`Yquem

1968 übernahm der Neffe des kinderlosen Bertrand de Lur-Saluces, der das Gut durch die Kriegszeit geführt hatte und Mitbegründer der Bordeaux Académie du Vin war, Compte Alexandre de Lur-Saluces die Leitung von Yquem. Nach mehreren Jahrhunderten Familienbesitz spitzte sich gegen Ende der 1990er Jahre der familieninterne Streit zu und Alexandre de Lur-Saluces verlor die Kontrolle, da Familienmitglieder Teile der Anteile an den Luxuswarenkonzern LVMH verkauften. Noch behielt er jedoch die Funktion der Leitung, wurde allerdings 2004 nach Übernahme der Mehrheit durch LVMH durch Pierre Lurton, Direktor von Cheval Blanc, ebenfalls im Besitz von LVMH, ersetzt. Damit ging eine der traditionsreichsten Familiengeschichten des Bordelais zu Ende und wird, wie in vielen anderen Fällen auch, durch einen global agierenden Großkonzern ersetzt.

Das Weingut umfasst heute einen Besitz von ca 113 ha Fläche, von denen rund 100 ha mit 80% Semillon and 20% Sauvignon Blanc bestockt sind. Der Boden enthält einige Lehmanteile, weswegen bereits vor einhundert Jahren eine umfangreiche Drainage-Anlage installiert wurde. Das ganze Geheimnis der berühmten Weine liegt neben dem exzellenten Terroir und Mikroklima vor allem in der zur Kunst erhobenen Form der Lese der mit Botrytis befallenen edelfaulen Trauben. Gelesen werden in bis zu 10 Durchgängen einzelne Trauben und selbst dieses perfekte Traubenmaterial wird später im Faß nochmals einer strengen Selektion unterworfen. Nur die allerbesten Weine kommen für einen Yquem in Frage. In ganz schwachen Jahren wird auch schon einmal auf die Produktion eines Grand Vin verzichtet (z.B. 1930, 1951, 1952, 1964, 1972, 1974, 1992 und jüngst auch 2012), ein finanzieller Kraftakt. Die Ausbeute ist mit 9 hl/ha so gering, das aus jedem Weinstock höchstens ein einziges Glas gekeltert wird. Jede Lese, auch tagesweise, wird separat vinifiziert. Die Fermentation dauert zwei bis sechs Wochen, der Barriqueausbau bis zu vier Jahren. Der Restzucker der Süßweine beträgt typischerweise 80 bis 120 g/l bei einem Alkoholgehalt von 13-14%. Yquem produziert keinen Zweitwein, allerdings seit 1959 einen trockenen Weißwein, den "Y".

Sanft fallen die Rebzeilen ins Tal, aus dem im Herbst der für die Edelfäule so wichtige Nebel aufsteigt

Yquem-Weine sind Legende und wegen des hohen Zuckergehaltes auch fast unsterblich. Sie halten Lagerzeiten von über 100 Jahren fast mühelos durch, nehmen dann eine golden-bräunliche Farbe an. Die unglaubliche Aromatik, gepaart mit verführerischer Süße und Komplexität lassen erstaunen. Der intensive weinige Charakter verleiht eine Eleganz, die wirklich beeindruckt. Ob man diesen Wein nur als Dessertwein trinkt oder zur gesamten Speisenfolge ist Gegenstand eher ideologischer Auseinandersetzungen. Mit der Übernahme der Führung durch Pierre Lurton wurden jedenfalls die Preise dem allgemeinen hohen Niveau der Premiers angepasst und Yquem in das Primeuersystem integriert. Bei nur 60.000 - 90.000 Flaschen jährlich und der enormen Reputation ist das Preisniveau eigentlich kein Wunder und hier wegen des großen Aufwandes auch eher gerechtfertigt. Alleine der Schwund beträgt bei dem über dreijährigen Ausbau im Faß rund 20%. Eine Auswahl sehr großer Yquem-Jahrgänge: 1847, 1921, 1928, 1929, 1945, 1967, 1975, 1976, 1983, 1986, 1989, 1990, 1999, 2001, 2005, 2014, 2015. Zumeist werden auch Yquems viel zu jung getrunken, 30-50 Jahre Reifezeit führen bei großen Jahrgängen zu einem unglaublichen Geschmackserlebnis.