Domaine des Lambrays

Société du Domaine des Lambrays
31, rue Basse
F-21220 Morey-Saint-Denis

Tel. +33 3 80 51 84 33
Fax +33 3 80 51 81 97

clos@lambrays.com
www.lambrays.com


"Der Clos des Lambrays ist die Essenz von Morey-Saint-Denis"

Thierry BROUIN

Das Weingut Domaine des Lambrays bildet faktisch mit dem Clos des Lambrays eine Einheit. Zwar besitzt die Domaine noch weitere kleinere Rebflächen, die 8,66 Hektar des vollständig von einer historischen Mauer umgebenen Grand Cru Clos des Lambrays bilden den einzigen kommerziell relevanten Wein der Domaine. Der Clos des Lambrays bildet eine eigene Appellation und umfasst mehrere Climats mit exakt 8,6975 ha. Damit fehlen der Domaine nur ca. 400 qm, um die Lage als Monopol bezeichnen zu können. Diese winzige Parzelle befindet sich im Besitz der Domaine Taupenot.

Die Geschichte der Domaine des Lambrays


Die Geschichte der Domaine des Lambrays oder auch Domaine du Clos des Lambrays ist sehr eng mit dem mythischen Weinberg verbunden. Die erste urkundliche Erwähnung eines Clos de Lambrey in den Büchern der Abtei von Cîteaux geht auf das Jahr 1365 zurück. Nach der französischen Revolution wurde der Weinberg an 74 neue Besitzer versteigert. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Weinhändler Louis Joly damit, fast alle Parzellen wieder zu erwerben. 1866 wurden diese an den Weinhändler Albert-Sébastien Rodier veräußert, dem es gelang, den Clos des Lambrays bis auf eine Parzelle wieder zu vereinigen. Als seine Enkel Camille und Albert 1938 in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten, kaufte Madame Renée Cosson aus Paris den Besitz. Wirtschaftlich gerettet verfielen aber Weingut und Weinberge aus Desinteresse der Besitzerin zusehends. Der Clos des Lambrays wurde in Morey-Saint-Denis als "clos délabré" (verkommener Weinberg) verspottet.

Bei der Klassifikation der Lagen in den 1930er Jahren entging dem Clos des Lambrays aus mangelndem Engagement der Besitzer der Status eines Grand Cru. Am 27. April 1981 aber wurde dem Clos des Lambrays endlich der Status eines Grand Cru verliehen.

Ein Foto mit historischem Wert (November 2017). Thierry Brouin übergibt nach der 38. Ernte die Leitung der Domaine des Lambrays an Boris Champy (42).

Der Aufstieg der Domaine des Lambrays mit Thierry Brouin


Renée Cosson starb 1977. 1979 kauften Roland de Chambure gemeinsam mit den Brüdern Fabien und Louis Saier den Clos des Lambrays für 10 Millionen Francs. Die neuen Besitzer waren ebenfalls im Weingeschäft tätig und leiteten die Wende für den historischen Besitz ein. Entscheidend hierfür war die Verpflichtung des jungen Önologen Thierry Brouin am 15. September 1985 als verantwortlichen Kellermeister. Er wird unglaubliche 38 Ernten lang die Geschicke des Hauses bestimmen und den Clos des Lambrays wieder in der Elite des Burgunds etablieren. Die neuen Besitzer investierten erheblich, rund die Hälfte der Rebstöcke wurde ersetzt. Einige alte, noch wurzelechte Rebstöcke jedoch behielt man.

Dass das Weingeschäft riskant ist merkten die Brüder Saier, mittlerweile Alleinbesitzer von Lambrays, als ein Liquidationsverwalter die Führung des Weinguts übernahm. Er allerdings handelte klug und lies Thierry Brouin ungehindert den Neuaufbau durchziehen. 1993 konnte er sogar zwei herrliche 1Cru Parzellen in Puligny-Monrachet erwerben. Seit dieser Zeit bietet das Haus auch zwei Weißweine in winzigen Mengen an.

Eines der bekanntesten Motive im Burgund: das Tor zum Clos des Lambrays.

Auf Dauer lies sich das Weingut nicht in Liquidation fortführen und es bestand die akute Gefahr, dass der Besitz erneut aufgeteilt und parzelliert verkauft würde. Als erneute Retter der Domaine erwies sich das Ehepaar Günter und Ruth Freund aus Koblenz. Der Liebhaber großer Burgunder Günter Freund, nach dem Krieg zu erheblichem Besitz gekommen, wurde bereits 1975 als Chevalier du Tastevin aufgenommen, zeitgleich mit Helmut Kohl! Und er suchte ein Haus in der Region. Dass die angebotene Domaine des Lambrays heruntergekommen war und über 8 ha Rebfläche umfasste sah er als Chance. Für 43,9 Mio. Francs wurde der Besitz erworben, die Domaine war wieder einmal gerettet. Die Koblenzer Weinfreunde hielten nicht nur an Thierry Brouin fest, sie investierten weitere 30 Mio. Francs in die Domaine.

Doch für Thierry Brouin war dies nicht der letzte Besitzerwechsel. Als Günter Freund 2010 starb, versuchte seine Witwe das Weingut zu halten. Da allerdings keine Nachfolge in Sicht war gab sie den Bemühungen des LVMH-Konzerns schließlich nach und stimmte einem Verkauf zu. 2014 erwarb das im Wein- und Champagnergeschäft weit verzweigte Unternehmen die Domaine Clos des Lambrays mit zwei Ernten im Keller und allen Liegenschaften für einen Rekordpreis von 105 Mio. Euro. Mit Thierry Brouin, mittlerweile über 65 Jahre alt geworden, wurde vereinbart, dass er noch fünf Ernten bei der Domaine bleibt und über eine Phase von zwei Jahren einen Nachfolger einarbeitet. 2018 wird er dann nach seinem 38. Jahrgang die Domaine des Lambrays verlassen. Mit ihm geht einer der am höchsten respektierten Kellermeister Frankreichs von Bord. Seine Verdienste um die Rekultivierung der Domaine des Lambrays sind herausragend. Auf die Frage, wie er sich angesichts der nahen Pension fühle, antwortet er nur "c'est la vie".

Die Wein-Bibliothek der Domaine mit Weinen zurück bis 1918. Darunter noch rund 270 Flaschen des legendären 1937er. Die Weine waren während des 2. Weltkriegs hinter einer Mauer versteckt.

Die Zukunft mit LVMH und Boris Champy


Und so wird ein neuer Kellermeister und Direktor die Domaine in die Zukunft führen. In einem minutiösen Recruiting Prozess, in den sogar Bernard Arnault persönlich involviert war, wählte das Haus LVHM Boris Champy als Nachfolger aus mindestens neun Kandidaten aus. Boris Champy stammt aus der Champagne und schloss 1996 sein Önologie-Studium in Bordeaux ab. Nach einem kurzen Einsatz bei Moueix in Pomerol ging er für die Gruppe für 10 Jahre ins Napa-Valley zu Dominus. Ab 2008 leitete er die Weinbergsarbeit bei Louis Latour in Beaune. Der ausgesprochen sympathische und kommunikative Triathlet ist übrigens mit einer Pfälzerin verheiratet und nahm seine Arbeit für die Domaine im Juni 2017 auf. Der Jahrgang 2018 wird somit sein erster vollständiger Jahrgang werden.

Hier reift der große Jahrgang 2016 heran. Die Erntemenge war zudem so reichlich, dass nicht alle Fässer in diesem Keller passten.

Die Essenz von Morey-Saint-Denis


Morey-Saint-Denis verfügt über drei legendäre Grands Crus, die vollständig zum Dorf gehören: im Süden der Clos de Tart, in der Mitte der Clos des Lambrays und im Norden der Clos Saint-Denis. Während der Clos de Tart die Charakteristik des benachbarten Bonnes Mares schon aufnimmt, ähnelt der Saint-Denis dem Nachbarn Clos de la Roche. Der Clos des Lambrays verbindet durch seine zentrale Lage die Finesse von Chambolle mit der Kraft von Gevrey und bildet so die "Essenz von Morey" ab. Eine Mittellage wie in Bezug auf die Nord/Süd-Ausrichtung ergibt sich auch im Höhenprofil. Der Osthang erstreckt sich über 280 bis 320 m Höhe, ideal für die besten Weine. Der Boden ist rötlich gefärbt, ein Hinweis auf hohe Eisenoxid-Konzentrationen. Während im unteren Bereich kalkhaltige Lehmböden dem Wein Volumen und Kraft geben, wird weiter oben der Mergelboden felsiger, die Weine noch finessenreicher. Wichtig für das Mikroklima ist auch der Einfluss des Taleinschnitts, an dem der Clos des Lambrays direkt liegt.

Zwei weitere Unterschiede sind prägend für den Weinstil: die Rebzeilen des Clos des Lambrays laufen horizontal zum Berg, eine Anordnung, die sonst nur noch zwei weitere Weingüter im Burgund verwenden. Auf diese Weise können die Nord-Südwinde die Reben besser abtrocknen und die Sonne bescheint über den Tag hinweg beide Seiten der Rebzeilen. Wegen der Hangneigung verbietet sich allerdings der Einsatz großer Maschinen, sodass auf Kleinsttraktoren oder Pferde zurückgegriffen werden muss, manchmal ist sogar Handarbeit notwendig. Die zweite Besonderheit betrifft die Vinifikation mit Stilen (wie auch bei Dujac und DRC). Hierdurch erhalten die Weine eine zusätzliche aromatische Komplexität und einen höheren Tanninextrakt. Nachteilig ist der höhere Aufwand im Weinberg, auf Düngung mit Natrium, Kalium und Stickstoff ist unbedingt zu verzichten.

Eine große Aufgabe wartet auf Boris Champy, dem Nachfolger von Thierry Brouin. Er scheint sich darauf zu freuen.

Der Clos des Lambrays entsteht


Bis zu acht unterschiedliche Parzellen werden separiert und nach strenger Selektion für 15-18 Tage im Edelstahltank vergoren. Der Ausbau der vereinigten Jungweine erfolgt zu 50% in neuen Fässern und zu 50% in Fässern aus dem Vorjahr über 18 Monate. Trauben, die nicht für den Grand Vin verwendet werden verschneidet man mit der Village-Parzelle oberhalb des Clos des Lambrays. Das sind insbesondere Trauben aus Weinstöcken, die noch keine 10 Jahre alt sind.

Bei einem Ernteertrag von rund 35 hl/ha entstehen so etwa 30.000 Flaschen des Grand Vin, dazu kommen ca. 5.000 Flaschen des als Village-Wein klassifizierten Morey-Saint-Denis. Sollte, wie in 1986, eine Jahrgangsqualität für den Grand Cru nicht ausreichen so wird der Wein als Les Loups, Premier Cru abklassifiziert und vermarktet.

Der Clos des Lambrays ist stets von schwarzen Früchten wie Brombeeren oder schwarzen Johannisbeeren geprägt, niemals schmeckt man Erdbeeren oder andere rote Früchte. Sein Markenzeichen ist zudem eine spürbare mineralische Würze, die dem Wein bei aller Kraft und Fruchtsüße zu verblüffender Finesse und Balance verhilft. Das Reifepotenzial der Weine ist Legende. Eine jüngst geöffnete 1937er Flasche zeigte sich frisch und in bester Verfassung. So lange muss man aber für den Genuss nicht warten, 10 Jahre genügen in der Regel. Um vor allem der sehr wichtigen Spitzengastronomie die hohe Kapitalbindung dieser langen Reifephase zu ersparen, hält die Domaine von jedem Jahrgang einige hundert Flaschen zurück und gibt diese in kleinen Tranchen ab. Alle anderen Flaschen werden zu 40% in Frankreich und zu 60% in 40 Exportmärkte verkauft. Der größte Exportmarkt ist traditionell England, von hier aus werden erhebliche Mengen in den Sekundärmarkt weiterverkauft.

1993 ergab sich die Chance, in Pulginy-Montrachet die beiden benachbarten, kleinen 1Cru Parzellen Clos du Cailleret (370 qm!) und Les Folatières (290 qm!) zu erwerben. Trotz Kontrolle durch den Insolvenzverwalter konnte Thierry Brouin diesen Kauf erfolgreich umsetzen. Während der Clos du Cailleret mit rund 1.500 Flaschen verkauft wird, schenkt die Domaine den Les Folatières vorzugsweise ihren Gästen aus. Diese besondere Geste wird stets wohl vermerkt.

Das Gutshaus, ein veritables "Château", wurde 1996 von der Familie Freund mit großem Aufwand vollständig und originalgetreu renoviert.

Ein Prunkstück ist die Landhausküche. An diesem prächtigen Herd hat schon Alain Ducasse für Gäste des Hauses gekocht.