Buchempfehlungen

Jean-Charles Chapuzet, Michel Bettane, Thierry Desseauve, Patrick Leclerc (Foto)
Michel Chapoutier
Minerva, Genf, Paris - Gebundene Ausgabe, 150 Seiten, Englisch (2009)
ISBN: 2830711432

Bestens in Szene gesetztes Portrait von Michel Chapoutier, einem Pionier des biodynamischen Weinanbaus und einer der wenigen Star-Produzenten im Rhône-Tal mit aller höchsten Auszeichnungen. [mehr lesen...]

Rhône-Tal


Südlich von Lyon beginnt sich das Rhône-Tal zu verengen. Industrie, Verkehrsadern und Landwirtschaft teilen sich diesen einzigartigen und schmalen Lebensraum. Dabei könnte der Wein zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil kaum unterschiedlicher sein. Im Süden wird das Rhône-Tal breiter und die Landschaft mediteraner. Im Unterschied zu den anderen Spitzenanbaugebieten Frankreichs, die zumeist von ganz wenigen Rebsorten dominiert werden, zeigt das Rhône-Tal eine breite Palette. Der Norden ist eindeutig das Gebiet der Syrah, die auf den steilen Terrassen südlich von Vienne perfekte Bedingungen vorfindet und große Weine hervorbringt. Südlich von Montélimar wird das Tal breiter und das Klima wärmer. Hier ist das Terroir von Grenache und Mourvèdre mit der Spitzen-Appellation Châteauneuf-du-Pape in der Nähe von Orange und Avignon.

Dass im Rhône-Tal große Weine wachsen ist schon lange bekannt, die moderne Weinkritik hat dies jedoch erst wahrgenommen, als sich Robert Parker mit Top-Bewertungen der Region angenommen hat. Betriebe wie Guigal, Chapoutier, Paul Jaboulet oder Beaucastel haben 100-Punkte Weine gesammelt wie andere Briefmarken. Alleine bei Guigal zählen wir bis heute 17, während sich bislang Lafite und Pétrus noch mit je 6 Weinen mit dieser "perfect score" Wertung begnügen müssen - und dies bei einem wesentlich längeren Bewertungszeitraum. Alleine Guigal hat den Ruf der nördlichen Rhône-Appellationen mit seinen "LaLaLa-Weinen" quasi im Alleingang in der Top-Liga positioniert. Einen wahren Hype hat Parker auch mit seinen überschweglichen Aussagen zum 2007er Jahrgang in Châteauneuf-du-Pape ausgelöst. So ist es kein Wunder, dass er in Frankreich nur noch Bordeaux und Rhône selbst bewertet.