Buchempfehlungen

Maurizio Rosso, Chris Meier
Mythos Barolo
Hädecke Verlag - Gebundene Ausgabe - 287 Seiten (2000)
ISBN: 3775003509

Super teuer (84.- €) und super gut! Ein in jeder Hinsicht phantastisches Buch zum Thema Barolo (und auch Piemont). Der größte Teil des Buches ist den Winzern gewidmet, alles ist sehr sachkundig dargestellt und herrlich aufbereitet. Zu diesem Buch passt ein Clerico oder Conterno oder ... [mehr lesen...]
Vittorio Manganelli, Gianni Fabrizio, Andrea Vannelli
Barolo, Barbaresco
Gräfe & Unzer, Hallwag - Gebundene Ausgabe - 351 Seiten (2000)
ISBN: 3774252750

Eine umfassende Darstellung der Barolo- und Barbaresco-Orte und der einzelnen Lagen, abgerundet durch Hinweise auf Weine und Winzer. Sehr sachkundig und für den Barolokenner ein unverzichtbares Nachschlagewerk. [mehr lesen...]

Barolo


Der Barolo steht wie kaum ein anderer Rotwein Italiens für Spitzenqualität und - leider - auch hohe Preise. Viele Winzer im Barolo-Gebiet gehören zu den Stars in Italien, die Weine sind international preisgekrönt. Auch für Weintouristen bietet das Barolo-Gebiet alles, was man sich wünscht: herrliche Landschaften, Spitzenweine und eine exzellente Küche - Piemont eben.

Das Schloss von Barolo liegt an diesem schönen Herbsttag wieder einmal im Nebel

Wenige Kilometer südlich von Alba liegt das Barolo-Gebiet entlang dreier Höhenzüge in den Langhe-Bergen. Auf den etwa 1.250 ha Rebflächen wird von rund 750 Betrieben vorwiegend Nebbiolo angebaut und weltweit zur Qualitätsspitze getrieben. Die wichtigsten Weindörfer La Morra und Monforte d`Alba liegen hoch oben auf dem Bergrücken, weitere fünf Dörfer umfasst die DOCG-Region Barolo (seit 1980) insgesamt. Zahlreiche der vielen Spitzenbetriebe befinden sich in der Gemarkung dieser beiden Dörfer. Der Ort Barolo selbst liegt im Zentrum der DOCG-Zone in einem Tal, bringt jedoch nicht die Spitzenweine hervor.

Barolo wird auch als "Wein der Könige und König der Weine" bezeichnet und ist durch die ausgeprägte Säure- und Tanninstruktur sehr langlebig. Das einzigartige Mikroklima dieses von den Seealpen umgrenzten Gebietes bietet beste Voraussetzungen für die Nebbiolo-Trauben, die nur hier große Weine hervorbringen. Der Alkoholgehalt der schweren Weine liegt bei 13,5 % und 14,5 %. Am faszinierendsten am Barolo sind das extrem fruchtbetonte Bukett, das sich mit der Alterung über Jahrzehnte hinweg noch entwickelt, sowie die Nachhaltigkeit des Geschmacks.

Aber manchmal leuchtet das Wahrzeichen der Region auch im warmen Abendlicht.

Zur Legende geworden ist der Streit der Winzer über das Vinifizierungsverfahren. Während die Traditionalisten eine lange Gärung auf der Maische, einen Verschnitt der Lagen und einen langjährigen Ausbau in großen Fässern über Generationen pflegten, lernte eine ganze Gruppe von jungen Modernisierern im nahen Burgund, wie man weiche, runde und damit weniger tanninstrenge Weine macht. Wichtige Vertreter dieser Bewegung sind Clerico, Gaja, Altare, Sandrone, Aldo Conterno, Scavino, Elio Grasso und andere, die heute zu den Top-Winzern der Region zählen. Kurze Maischezeiten, nach Lagen selektierte Weine die in kleinen Barriques ausgebaut wurden bescherten ihnen große internationale Erfolge. Bei diesen Weinen, die über weniger Gerbstoff verfügen, ist ein Genuß nicht erst nach 10 oder 20 Jahren möglich. Damit traf man den internationalen Geschmack wesentlich besser. Über etwa 15 Jahre tobte die Auseinandersetzung beider Lager bis man feststellte, dass sich beide Seiten in der Vinifizierung wieder angenährt hatten. Fast alle Güter produzieren heute Lagen-Barolos, die Maischezeiten wurden wieder etwas länger und der Barriqueausbau ist heute Stand der Technik. Eine Sonderstellung nimmt Roberto Voerzio ein, der in seiner extremen Qualitätsphilosophie noch einen eigenen Weg verfolgt.

In den vergangenen Jahren konnte zudem eine ganze Serie von großen Barolo-Jahrgängen gekeltert werden. Die besten Jahrgänge der jüngsten Vergangenheit waren 1985, 1990 (!), 1997 (!) und 1999. Aber auch 1996, 1998, 2000 und vor allem 2001 lagen weit über Durchschnitt und haben zu einem regelrechten Aufschwung der Region geführt. Nach dem verregneten und enttäuschenden 2002er Jahrgang, der oftmals garnicht in Flaschen gefüllt oder abqualifiziert wurde, konnte mit den Jahrgängen 2004, 2006, 2007 und 2008 wieder an die Top-Qualitäten angeknüpft werden. Nicht nur im Piemont jubelt man über diese einmalige Serie großer Jahrgänge...




von La Morra hat man einen weiten Blick über die Weinlandschaft der Langhe