Produktinformationen


Die Weinbergslage


Die Lage Les Amoureuses gehört ohne jeden Zweifel zu den berühmtesten und gesuchtesten Crus im Burgund. Und die Tatsache, dass es eben kein Grand Cru, sondern ein Premier Cru ist, trägt zu diesem Ruhm eher noch bei. Denn niemand widerspricht der Behauptung, dass es sich hier um eine der ganz wenigen Fehlbewertungen handelt. Gemeinsam und vielleicht noch vor dem Clos St. Jacques in Gevrey-Chambertin gehört der Amoureuses klar in die Top-Klasse der Grands Crus. Das sehen auch alle lokalen Winzer so und folglich liegen die Weinpreise für den Amoureues regelmäßig auf Grand Cru Niveau, manchmal schiebt sich diese Lage preislich sogar zwischen die beiden Grands Crus von Chambolle-Musigny, der anerkannt besten Lage Musigny und dem Bonnes Mares.

Ganze 5,40 ha, also 54.000 Quadratmeter ist diese Lage groß, was nur etwa 30.000 Flaschen dieses heiß begehrten Weins insgesamt ergibt. Nur 15 Weingüter besitzen hier Parzellen, die größten Anteile liegen bei Robert Groffier (1,00 ha), Joseph Drouhin (0,60 ha), Comte de Vogüé (0,56 ha), Jacques-Frédéric Mugnier (0,53 ha), Amiot-Servelle (0,45 ha), Christophe Roumier (0,40 ha) sowie einige andere mit weiteren Miniparzellen. Alleine diese Namen gehören allesamt zu den großartigsten Weingütern des Burgunds. Wie so oft gibt es über den Ursprung des Namens einige Verwirrung - und das, obwohl der Name leicht mit "die Liebenden" zu übersetzen ist. Hartnäckig hält sich die Interpretation, dass es der kompakte Lehmboden sei, der sich bei nassem Wetter derart an das Schuhwerk bindet, dass beides - wie ein echtes Liebespaar - kaum mehr zu trennen ist. Natürlich spielt dieser wunderbare Name ganz in die Hände des Mythos dieses Weinbergs.

Der Jahrgang


Der Jahrgang 2013 war ein extremer Frühstarter. Selten zuvor erfolgte der Austrieb, begünstigt durch sonniges und warmes Wetter, bereits im März. Der April war wieder kühler und Frost zur Unzeit dezimierte schon frühzeitig die Ernte. Die jungen Blüten ab Mitte Juni wurden abermals durch eine Kältewelle in ihrem Wachstum ausgebremst. Die Folge war eine weitere Ertragseinbuße. Glücklicherweise wurde Chambolle-Musigny von den Hagelstürmen an der Côte de Beaune verschont. Die wenigen verbliebenen Trauben konnten jedoch in einem sonnigen und warmen August und September ohne weiteren Wetterstress ausreifen und bauten in den kühlen Nächten und warmen Tagen eine sehr gute Aromenkonzentration auf. Insgesamt aber blieb 2013 ein "kühler" Jahrgang mit kleinen Beeren und auch kleinen Kernen. Die Ernte begann spät am 5. Oktober, nachdem die Trauben ihre optimale phenolische Reife erreicht hatten. Die Ernteerträge waren allerdings mit nur rund einem Drittel der normalen Menge extrem niedrig, bei aller sehr guten Qualität. In kühlen Jahren wird der Terroircharakter besonders transparent, die Weine aus 2013 sind von außergewöhnlich feinen und weichen Tanninen geprägt, da die Traubenkerne keine adstringierenden Aromen aufbauen konnten.

Der Wein


Die biologisch angebauten Weine der Domaine Amiot-Servelle sind bekannt für ihre etwas markanteren, festeren Tannine, die den Weinen mehr Körper gibt, ohne ihnen Finesse und Balance zu nehmen. Der Amoureuses zeigt alle Qualitäten dieses kalkreichen und steinigen Terroirs: kraftvolle, intensive Aromen von roten und schwarzen Kirschen, verbunden mit einer oft als ätherisch bezeichneten Leichtigkeit, ein faszinierendes Spiel zwischen Bukett und Geschmack am Gaumen. Der Wein von mittlerem Körper bleibt trotz vollständiger Entrappung und Ausbau über 18 Monate in 50% neuen Fässern immer auf der Seite der spielerischen Eleganz, die gute Säure- und kräftige Tanninstruktur passt perfekt zu der vollreifen Frucht. Säure und Tannine verleihen diesem Amoureuses zudem ein sehr großes Lagerpotenzial, typisch eben für einen großen Burgunder.

Weinfreunde dieses feinen Weinstils jagen mit Ausdauer den wenigen Flaschen hinterher und veranstalten Vergleichsverkostungen der einzelnen Hersteller. Flaschen des Amoureuses von Mugnier, Roumier oder Comte de Vogue können leicht über 500 € kosten, falls man überhaupt Flaschen bekommt, was sehr zweifelhaft ist. In ertragsschwachen Jahrgängen wie 2012 oder 2013 können das schon weniger als 1.000 Flaschen sein. Auch Amiot-Servelle konnte in 2013 nicht einmal 1.000 Flaschen produzieren. Ein gutes Drittel davon geht sofort in den Export nach Japan. Ein paar wenige Flaschen konnten wir uns als derzeit einzigem Importeur in Deutschland aber sichern und damit Ihnen anbieten. Wie immer bemühen wir uns um ein winziges, dafür aber hochklassiges Angebot. Und ein feiner Amoureuses von einem sehr guten Produzenten ist das ganz bestimmt.



Alle Jahrgänge / Weine zu diesem Weingut



2014
189,00 €
(252,00 €/l)
2013
189,00 €
(252,00 €/l)