Dom Pérignon 2004 vorgestellt

14. Mai 2013




Hautvillers, 14. Mai 2013 - Richard Geoffroy und sein Team präsentierten den neuesten Jahrgang 2004 an der Geburtsstätte des modernen Champagners, der Abtei des legendären Mönchs in Hautvillers. Mit wohl überlegter Absicht wählte man erstmals wieder seit 1968 diesen historischen Ort für die Release-Veranstaltung. Back to the roots gilt nämlich für diesen klassischen DP in besonderer Weise. Nach dem extremen Hitzejahr 2003 verlief die Vegetationsphase in 2004 praktisch problemlos. Wichtig war einfach nur das Vertrauen auf die Natur und der Verzicht auf störende Eingriffe. Die Ernte war reichlich, die Traubengröße ebenfalls. Nach einem eher kühlen August kam rechtzeitig vor der Ernte ab dem 24. September doch noch eine Hitzewelle mit großer Trockenheit. Insgesamt also ein sehr ordentlicher Jahrgang, aber ohne echtes Legendenpotenzial.


Am 14. Mai 2013 wurde der Dom Pérignon 2004 in Hautvillers im Rahmen einer festlichen Feier vorgestellt.

So zeigt sich der neue 2004er auch sofort als ein würdiger Vertreter der klassischen, eher leise daher kommenden, nach innerer Harmonie strebenden Linie. Harmonie ist das Wort, das Richard Geoffroy am häufigsten benutzt, es ist das oberste Ziel des Hauses. Es ist das Leitmotiv der Marke, die nur maximal zwei Champagner eines Jahrgangs anbietet: einen Blanc und einen Rosé. Die Œnotheque-Ausgaben sind entsprechend länger gereifte Champagner. Diesen Jahrgangscharakter jeweils einzufangen und zu interpretieren ist ein weiteres Ziel und Charakteristikum von Dom Pérignon. Deshalb bietet man auch nur Jahrgangschampagner an. Das ist eine riskante Strategie, da man mit den Launen der Natur fertig werden muss und Fehler nicht ausgleichen kann. Es belohnt aber auch in gleicher Weise, da die Champagner immer sehr charakteristisch und spannend sind. Dom Pérignon, das immer als komplett eigenständige Marke im Hause Moët & Chandon geführt wird, verfügt über Zugriff auf alle 17 Grands Crus Lagen der Champagne, was einzigartig ist. Sieben davon bilden die Basis des Dom, ergänzt um die einzige Premier Cru Lage rund um die historische Keimzelle des Hauses, den Ort Hautvillers mit seiner Abtei.

Typisch ist auch der Verzicht auf Pinot Meunier in der Assemblage, Dom Pérignon ist immer ein Blend aus Chardonnay und Pinot Noir, meist rund je zur Hälfte. In 2004 sind es exakt 53% Pinot Noir und 47% Chardonnay. Aber diese Zahlen bedeuten Geoffroy nichts, die Harmonie aus den roten und weißen Trauben ist entscheidend. Und die ist wunderbar gelungen. In der Nase ist der strohgelbe Champagner mit leicht grünlichen Reflexen und sehr feiner Perlage noch verhalten, am Gaumen aber zeigt er Klasse. Seine hohe Konzentration und Dichte kommt leichtfüßig und elegant daher. Fast ein intellektueller Champagner, auf den man sich konzentrieren muss. Im Abgang dann eine überraschend pfeffrige Note, ja man tippt zunächst auf eine gewisse Bitternote, die aber sofort von der Fruchtsüße eingefangen wird. Faszinierend.


Immer fünf Gäste verkosteten in völliger Abgeschiedenheit in einem "Tasting Bubble" den neuen Champagner. Dazu lagen ein kleines Begleitheft mit Informationen und ein Stift für Notizen bereit.

Für den Jahrgang ist das sicher ein sehr schöner Erfolg. War die Fachwelt noch überrascht, dass man den 2003er überhaupt gebracht hat, war der kommerzielle Erfolg umso größer. Der opulente 2003er erschloss neue Käufergruppen und ist ein sehr gesuchter Champagner. Dass der 2004er kommen wird, war aber schon länger kein Geheimnis mehr. Gelohnt hat es sich sicherlich, wenn auch dieser Jahrgang erst auf den zweiten Schluck fesselt. 2004 ist eben nicht so vordergründig verführerisch, sondern ein kristallklarer, mineralischer Champagner.

Die Präsentation eines neuen Jahrgangs ist für das Haus Dom Pérignon immer ein spannendes Großereignis. Rund 150 internationale Gäste waren nach Hautvillers eingeladen, etwa die Hälfte davon aus dem Pressebereich. Die Verkostung fand im vollkommen neu renovierten Gästehaus Pitance statt. Zunächst erfolgte das Tasting einzeln in einem geschlossenen Minizelt, damit man sich völlig abgeschottet mit dem Champagner auseinander setzen konnte. Eine überaus witzige und effektvolle Idee. Danach stellte sich Richard Geoffroy der Diskussion über die Eindrücke mit dem neuen Champagner. Vergessen schienen alle Diskussionen über Säurewerte und Reifepotenzial, er war sichtlich gut gelaunt ob des sehr gelungenen Endprodukts. Es ist schon meisterlich, wie er jeden Jahrgang liest, ihn zu verstehen versucht und diese Charakteristik dann in einen außerordentlich gelungenen Champagner verwandelt. Dabei meidet er kaum ein Risiko, so sicher ist er sich in seinem Urteil. Gleichzeitig spürt man immer, wie extrem kritisch er gegen sich selbst ist, sich immer wieder hinterfragt. Seine Freude am Experimentieren und im Verschieben von Traditionen bezieht er ganz offensichtlich aus der präsenten Geschichte des Ortes, an dem Dom Pérignon über 40 Jahre arbeitete. Hautvillers, der Ort war bewusst und sehr gut gewählt für diese Präsentation!


In jeder Situation voll konzentriert und fokussiert auf seinen Champagner, auch wenn der Raum voller Gäste ist: Richard Geoffroy sieht sich dem Erbe von Dom Pérignon verpflichtet, die Qualität des Champagners auf die absolute Spitze zu treiben.